Soziales Planen beginnt mit Zuhören

Im Zentrum unseres Denkens stehen die Menschen – die Wünsche, Gefühle und Anforderungen der Menschen, die unsere Gebäude bewohnen oder besuchen werden und mit Leben füllen. Und die der Menschen, die dort ihre Arbeitsplätze haben. Die wir also kennen und verstehen müssen.

Unterschiedlichste Faktoren treffen aufeinander. Der Ort muss den nötigen Schutz bieten und die nötige Privatheit. Hohe Aufenthaltsqualität. Atmosphäre. Optionen für das gesellschaftliche Leben im Haus – und Schnittstellen mit dem Quartier.

Das alles unter optimalen Strukturen für die Versorgung. Und für die Haustechnik. Natürlich ist auch die Kosten-Nutzen-Rechnung zu optimieren – im Sinne größtmöglicher Wirtschaftlichkeit.

Diesen Interessen gerecht zu werden und sie in qualitätvolle, auch städtebaulich überzeugende Architektur zu übersetzen – um ein gelingendes Miteinander zu organisieren –, bedeutet in jedem Einzelfall ein neues, feindifferenziertes Justieren all der Parameter, die für Projekte dieser Art einschlägig sind.

Also beginnen wir mit Fragen. An die künftigen Bewohner. An die Mitarbeiter. An den Bauherren.

Was wünschen Sie sich von dem Haus?

„Was sich dann im Lindenhof entwickelt hat, ist für uns gelebte Inklusion – es übertrifft unsere Erwartungen, begeistert uns immer wieder und zaubert uns ein Lächeln aufs Gesicht.“

Magnus Bayer, Wohngemeinschaft Lindenhof

Architektur muss die Gebäude, die Menschen, die sie nutzen, und die Umgebung miteinander in Dialog setzen.

Ein lebendiges Haus muss viele Aufgaben erfüllen. Für die persönliche Zufriedenheit jedes Einzelnen und für die Förderung von Solidarität und Teilhabe – zwischen den Bewohnern, innerhalb der Bewohnergruppen und mit deren Umfeld. Diese Wechselbeziehungen sind vielfältiger Art und leben von Vielfalt. Daher müssen Wahlmöglichkeiten geschaffen werden, Orte für Nähe und Distanz, für Lebendigkeit und Stille, für Privatheit und Öffentlichkeit.

 

Ehrensache. Eine Expertise für das Sozialministerium Baden-Württemberg.

Um die zwischen Kommunalverband und Leistungserbringern strittig gewordene Aufschlüsselung der Flächen und Kosten im Pflegeheimbau auf eine neue Basis zu stellen, wurde die GSP vom Sozialministerium Baden-Württemberg mit der Prüfung von Flächen- und Kostenrichtwerten in der stationären Altenpflege beauftragt.

Die Expertise analysiert den Status quo, listet die Defizite auf und gibt Anhaltspunkte, in welchem Spektrum sich eine Aktualisierung der Flächen- und Kostenrichtwerte bewegen könnte.

Man beauftragt nicht jeden mit einem solchen Projekt. Sondern nur ein Büro, das über die Kompetenzen verfügt, um eine solche Leistung auch zu erbringen. Das Dossier wird inzwischen auch in anderen Bundesländern rezipiert.

Modellprojekt Inklusiv gestalten. Das Nachbarschaftshaus im Scharnhauser Park in Ostfildern.

Dass es hervorragende Presse bekommen hat, freut uns natürlich. Ebenso, dass es Modellprojekt ist für die Landesheimbauverordnung Baden-Württemberg. Und dass es für die Regionalkonferenz „Inklusiv gestalten 2019“ ausgewählt wurde, veranstaltet im Hospitalhof Stuttgart vom Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, von der Bundesarchitektenkammer sowie der Architektenkammer Baden-Württemberg. Und vor hochkarätigem Publikum präsentiert werden durfte.

Wichtiger aber noch ist, dass Inklusion hier zu gelingen scheint – das Nachbarschaftshaus Ostfildern verzahnt die Bedürfnisse von Menschen, die mit Demenz oder anderen Beeinträchtigungen leben müssen, mit Angeboten für das Stadtquartier. Offenes Atelier, ein Bürgertreff und Veranstaltungsräume binden das Haus in das Leben des Scharnhauser Stadtteils ein und ermöglichen ein nachbarschaftliches Miteinander. Seit acht Jahren jetzt schon.

Foto © Felix Kästle

Der Einsatz von Licht und dessen Führung ist ein Schlüssel zum Wohlfühlen.

„Ein Gebäude beginnt mit dem Licht und endet mit dem Schatten.“ sagt Louis Kahn. Dazwischen liegen die Nuancen, die Abstufungen, die Tageszeiten, die Jahreszeiten. Morgenlicht ist nicht gleich Abendlicht. Januarlicht vollkommen anders als Hochsommerlicht.

Dass Licht die Befindlichkeit und damit die Lebensqualität beeinflusst, ist als Tatsache ein Allgemeinplatz, aber in den Ableitungen für Architektur noch längst nicht hinreichend untersucht.

Wir haben schon mehrere Studien zum Thema Licht aufgelegt und sehen in Lichtkonzeption einen entscheidenden Planungsparamenter – und in Tageslicht eine unüberbietbare Lichtquelle.

 

Atmosphäre hat ein Raum, wenn man darin aufatmen kann.

Räume leben durch ihre Dimensionierung, durch Licht, durch die Baumaterialien und durch die Möblierung – die wiederum eine Materialfrage ist. Parameter, die in engsten Wechselwirkungen stehen. Dabei kommt dem Miteinander von Material und Farbe eine grundlegende Rolle zu. Sie bestimmt das psychologische Klima eines Orts. Und oft genug auch seine Funktion – zum Beispiel in akustischer Hinsicht. Oder für die Orientierung in Gebäuden. Wir messen der Atmosphäre eines Raums allergrößtes Gewicht zu und entwickeln für jedes Gebäude und jeden räumlichen Kontext darin „stimmige“ Korrelationen – bis zur optisch-haptischen Dimension von Ausstattung und Möblierung.